Samoa: Religion & deutsche Spuren

Offene Häuser bieten den totalen Durchblick

In Samoa waren wir im Rahmen unserer Südsee-Kreuzfahrt. Wir legten in der Hauptstadt Apia an und erkundeten von dort aus die Insel Upolu; das ist die zweitgrößte Samoa-Insel nach Savai'i, aber die mit Abstand bevölkerungsreichste. In Neuseeland sind wir vertraut mit Samoa, denn hier leben 135.000 Menschen mit Wurzeln in Samoa und 55.000 Tonganer. Auckland gilt als größte Stadt Polynesiens. 
Die engen Bande zwischen Neuseeland und Samoa sind geschichtsbedingt: Nach 15 Jahren als deutsche Kolonie (1899 bis 1914) stand Samoa bis 1962 auf Wunsch der Vereinten Nationen unter neuseeländischer Verwaltung. 

Nach der Unabhängigkeit wurde das Land der Kiwis von einer Auswanderungswelle überschwemmt. 
Die Geld- und Warensendungen der Migranten sind fester Bestandteil der Wirtschaft Samoas und Tongas, wo die Importe die Exporte schon vor 50 Jahren überstiegen haben.

Der deutschen Vergangenheit begegnet man in Apia an vielen Orten, in Denkmälern und Namen - und man hört immer wieder die humorvolle Bemerkung, dass die Reihen der Kokospalmen so gerade sind, weil sie von Deutschen angelegt wurden. Der berühmteste Einwanderer war allerdings ein Schotte, nämlich der Schriftsteller Robert Louis Stevenson, dessen Anwesen heute eine Touristenattraktion ist. Insgesamt ist es für Ausländer jedoch extrem schwer, in die Gesellschaft integriert zu werden.

Als Urlauber aus gemäßigten Breiten schwitzt man in Samoa eigentlich immer, auch außerhalb der schwül-heißen Regenzeit (November bis April). 
Es ist ein günstiges Reiseland, man kann zum Beispiel ein Taxi für den ganzen Tag mieten, ohne die Bank zu sprengen. Bis 1997 hieß es Western Samoa - im Gegensatz zu Amerikanisch Samoa weiter im Osten, das zu den USA gehört. Es gibt zahlreiche Theorien darüber, was der Name Samoa bedeutet; am interessantesten finde ich die Erklärung für Heiliges Huhn".

Die Menschen, fast ausnahmslos Christen, sind tiefreligiös und sehr freundlich, aber zurückhaltend und gegenüber ihren Kindern streng, oft sogar brutal, deshalb ist die Selbstmordrate unter Jugendlichen sehr hoch. Viele Dinge sind uns Europäern völlig fremd, insbesondere die Tradition der offenen Häuser. Außer in Apia leben die Leute in Dörfern und leben dort nach den Regeln der "Fa'a Samoa", der tradiotionellen Lebensart. Lasst Euch überraschen! Talofa lava, willkommen in Samoa!


Der Schweiß fließt

Zusammen mit meinem Bruder Koala an der Uferstraße in Apia. Hier entlangzumarschieren, war schweißtreibend. Wir setzten uns und kauften etwas zu trinken.

Hauptstadt-Highlights

Die katholische Kathedrale mit ihren spektakulären runden Fenstern.

Transport

Am Hafen standen geschmückte Busse für gebuchte Touren bereit. Solche Ausflüge sind nicht unser Ding. "Normale" Leute nehmen öffentliche Busse, die ein bisschen exotischer aussehen als in Industrieländern mit deutlich kühlerem Klima.











Villa Vailima

Da er an Tuberkulose litt, verließ der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson das raue britische Klima. Zunächst zog er von Bournemouth (England) in den Staat New York und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Samoa. Er ließ dieses prächtige Herrenhaus auf einer Plantage ab Januar 1891 erbauen, das dauerte zwei Jahre, und gab ihm den Namen "Vailima", das heißt: Wasser aus der Hand. Andere Quellen behaupten: fünf Flüsse.
Stevensons bekannteste Werke sind der Roman "Die Schatzinsel" und die Novelle "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde". 

Die Villa Vailima wurde nach 1994 zm Robert-Louis-Stevenson-Museum umgebaut. Dort kann man sich bestens über das Leben des Schriftstellers informieren.


Insel-Rundfahrt auf Upolu

Apia liegt im Nordwesten Upolus. Wir fuhren erst einmal auf der Küstenstraße in Richtung Osten. Damals fuhr man noch auf der rechten Seite, aber unser Taxifahrer hatte schon ein Auto mit Lenkrad und Pedalen rechts. 

Tante-Emma-Laden in Lufilufi, ein Mann im Lavalava.


"Open homes"

Ob Ihr's glaubt oder nicht, das ist ein ganz normales Haus in Samoa, ein Fale. Dabei handelt es sich traditionell um eine ovale Struktur mit einem Fundament aus Koralle oder Koralle. Holzpfähle halten das Dach (aus geflochtenen Sago- oder Palmblättern). Wände gibt es nicht, so funktioniert eine natürliche Klimaanlage!

Theologisches College

Im Glocken"turm" des Theologischen Colleges über dem Piula Cave Pool. 



Aussichtsbrücke

In der Nähe von Falefa kamen wir zu einer Brücke, die über einen unglaublich malerischen Fluss führte. Von dort konnte man (in die andere Richtung) auch einen Wasserfall sehen. Gegen Eintritt konnte man noch näher an den nicht sonderlich hohen Wasserfall herankommen, aber wir fanden, dass man ihn von der Brücke aus gut genug sah. Und die Tourbus-Touristen, die wir trafen, fanden mich wesentlich interessanter!


Straßenszenen

Gelegentlich begegnet man einem der bunten Busse - und ist froh, wenn sie einem nicht auf der falschen Straßenseite entgegenkommen! Die Straßen sind mit Schlaglöchern übersät, das Tempolimit ist 50 km/h und in der Stadt 25 km/h.

Dann ging's im Nordosten der Insel landeinwärts auf der La-Mafa-Passstraße in Richtung Süden. Hier fährt man durch eine schöne bergige Landschaft. Jeder Berg (der höchste ist 1850 m hoch) ist vulkanischen Ursprungs. - 
Die Schulkinder in ihren Uniformen sahen wir in dem Ort Falevao.





Togitogiga-Wasserfall

Eine kleine Ruhepause - aber ins Wasser stürzte ich mich nicht.

Wer mal muss, sollte zumindest ein bisschen Englisch sprechen...



Schulschluss auf dem Weg zum Sinalei Resort.

An diesem Obst- und Gemüsestand am Straßenrand erfrischten wir uns mit frischem Kokosnusswasser direkt aus der Nuss. Es ist ausgesprochen hilfreich, wenn man zum Öffnen eine Machete zur Hand hat...

Eine Kokosnuss kostete nur einen Tala, das sind weniger als 40 Euro-Cent. Die Abkürzung für die Währung ist WST (Samoa-Inseln Tala).
Andere Preise: 
1,5 Liter Wasser: 3 Tala
1 Kürbis: 3 Tala
Taxifahrt innerhalb Apias: 5 Tala

Einen Cocktail, bitte!

Zurück in Apia, nahmen wir ein anderes Taxi und fuhren auf die Mulunu'u-Halbinsel, um die deutsche Geschichte zu studieren und die verbliebenen Gedenksteine und -stätten zu besichtigen (siehe unten auf der Seite). Danach stöberten wir noch im Flohmarkt (der eigentlich der freie Markt ist, kein Flohmarkt) und wanderten an der Küstenstraße in Richtung Schiff zurück. Zwischendurch mussten wir uns hinsetzen, so heiß war es.


Das ist die Autovermietung, die reservierte Autos einfach an andere Kunde weitergibt.
Wir waren im Nachhinein aber nicht böse, weil es angesichts der kriminellen Fahrweise der Samoaner sicherer war, mit einem verrückten Taxifahrer die Insel zu besichtigen, als selbst zu fahren, und teuer war's auch nicht. Über die Preise immer vorher verhandeln, nicht einfach einsteigen und losfahren!


Geschichte

Deutsche Vergangenheit

Ende der 1880er Jahre tummelten sich in der Hafenbucht von Apia englische, US-amerikanische und deutsche Marineschiffe. Diese Großmächte waren auf das Palmöl und das Kopra der Inseln scharf und wollten Samoa annektieren, eine Marionetten-Regierung einsetzen und im Hintergrund die Strippen ziehen. 

Sechs Schiffe sanken während eines Zyklons im März 1889, dabei starben 92 deutsche Matrosen. Nur die Briten suchten Zuflucht auf See und überlebten. Die Deutschen und Amerikaner wollten den Sturm im Hafen aussitzen. Das rächte sich auf tragische Weise. 

Im Berlin-Abkommen erklärten die Mächte Samoa zu einem formal unabhängigen Königreich unter dem Protektorat der drei Mächte. Zehn Jahre später wurde ein Drei-Parteien-Vertrag - dem Samoa-Vertrag - unterzeichnet, der Deutschland die Kontrolle über die westlichen Inseln von Samoa und den USA über Ost-Samoa (Hauptstadt Pago Pago) gab. Am 17. Februar 1900 wurde aus dem Land Deutsch-Samoa. Die deutsche Fahne wurde auf der Halbinsel Mulinu'u, an der Mulinu'u Road, westlich des Hafens gehisst.
















Ankunft in Apia

Im Hafenbecken befindet sich ein tiefes Kraterloch, die Palolo Deep Water Reserve.

Katholische Kathdrale





Verrückte Taxifahrt

Wir hatten einen Mietwagen gebucht, aber den gab die Firma einfach einem Touristen, der ihn für einen längeren Zeitraum haben wollte! Wir mieteten dann für unsere Inseltour einfach ein Taxi - mit einem verrückten Fahrer!


Robert Louis Stevenson

Die Villa Vailima steht am Rande einer Serpentinenstraße auf einem Hügel hoch über Apia, vielleicht vier, fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Lange konnte Stevenson, der enorm reich war, das Leben dort nicht genießen, denn er starb am 3. Dezember 1894, nur 44 Jahre alt. Sein Grab befindet sich in der Nähe in der Mt. Vaea Scenic Reserve.

Die Menschen in Samoa liebten Stevenson und nannten ihn "Tusitala", das heißt Geschichteneerzähler. Er stand auf der Seite der Einheimischen und kritisierte die Rolle der Europäer. 

Wenn Kreuzfahrtschiffe anlegen, finden in der Villa Vailima auch kulturelle Vorführungen mit Musik und Tanz statt.


Der Gefahr ins Auge blicken

Das heißt, er saß quasi am Straßenrand, während Mama auf dem Beifahrersitz der Gefahr ins Auge blickte. Und gefährlich war's, denn der Fahrer überholte auch an unübersichtlichen Stellen und vor Kurven.

Der Sohn des Mannes im Lavalava. Auch die untere Hälfte war nackt...

"Fale" ohne Wände

Modernere Fales stehen auf Betonfundamenten, können auch rechteckig sein und die Dächer sind aus Wellbleck. Selbst im Vorbeifahren hat man den vollen Durchblick. Zwar kann man bei Regen und neugierige Blicke die Jalousien herunterlassen, aber an Privatsphäre ist in solch einem Haus natürlich nicht zu denken.

Martin Luther ist das Idol

Diese Methodistische Kirche ist von 1912 und Martin Luther wird von den Gläubigen hochverehrt.

Die bunten Tücher, die aus Pflanzenfasern gewoben werden, heißen Siapo, das Altartuch ist ein Kava - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Getränk, das aus der gemahlenen Wurzel der Pfefferpflanze gewonnen wird und in Samoa 'Ava heißt.

Die (katholische) Kirche Sacred Heart (auf dem Foto links) steht in Falefa, nicht weit vom College und dem Cave Pool entfernt. Sie wurde 2007 renoviert. Es herrscht ein regelrechter Wettbewerb unter den Dörfern, wer die schönste und die meisten Kirchen hat. Die Kirche ist das wichtigste gesellschaftliche Element in Samoa.

Wie man Wäsche wäscht

Von der Brücke aus konnten wir auch beobachten, wie die Leute in Samoa ihre Wäsche waschen - nämlich von Hand im Fluss. Wringen, spülen, gegen die Steine hauen... Wir sahen in den offenen Häusern allerdings auch die eine oder andere Waschmaschine, so dass sich nicht jede Frau mit der Handwäsche im Fluss abplagen und gleichzeitig ihre plantschenden Kinder hüten muss.

Marschierende Menschen

Überall begegnet man Menschen am Straßenrand. Sie schleppen Obst oder Gemüse oder marschieren von der Arbeit auf den Plantagen nach Hause.










Trotz seiner Machete war dieser Mann recht freundlich.

Alles strömt zum Schulbus. Nicht nur die Mädchen tragen Röcke.


Auf der Cross Inland Road ging es dann zurück nach Apia - im Slalom kreuz und quer um die Schlaglöcher herum. Da sich die entgegenkommenden Fahrzeuge auch meistens auf der falschen Straßenseite befanden, gab es keine Zusammenstöße...

Nie mehr Aggie Grey's!

Wir träumten von einem krönenden Abschluss im berühmten Aggie Grey's, das nicht weit von der Anlegestelle liegt. Aber von wegen! Wir fanden einen Platz, trieften vor uns hin, suchten uns schon die Cocktails aus, die wir süffeln wollten... Aber die Bedienung ignorierte uns hartnäckig. Als wir nach endlosem Warten winkten, wurden wir vertröstet, gleich käme sie zu uns. Aber sie kam nicht. 


Für Last-Minute-Shopping gibt's am Hafen auch nochmal einige Verkaufsstände. Wir kauften eine Tasse mit dem Schriftzug Samoa, weil es uns hier so gut gefallen hat, aber den wusch die Spülmaschine in kürzester Zeit weg. Aber wir wissen natürlich, woher die Tasse ist, und freuen uns daran, weil sie uns daran erinnert, dass Samoa auch mal eine längere Reise wert wäre. 



Spurensuche

Gefallene des Samoa-Kriegs

Der Kampf von Apia hatte eine Vorgeschichte, und zwar einen Bürgerkrieg auf Upolu, bei dem die Führer Mata'afa und Laupepa um die Macht kämpften. Nach diesem Bürgerkrieg entmachteten die Deutschen den siegreichen König Laupepa und schickten ihn ins Exil nach Kamerun. England und die USA betrachteten dies als diplomatische Niederlage und riefen 1887 Häuptling Mata'afa von der Nebeninsel Savai'i zum Gegenkönig aus. 

Auf englisch-amerikanisches Geheiß zog Mata'afa gegen die deutschen Siedler in den Kampf und schlug am 18. Dezember 1888 auf der Plantage Vailele bei Apia eine kaiserliche Marineeinheit. Vier Wochen später setzten Mata'afas Truppen das deutsche Konsulat in Apia in Brand.




Kreuzfahrtschiff im Hafen

Unser Schiff, die Pacific Sun, im Hafen von Apia. Sie konnte direkt an der Werft anlegen.

Flohmarkt und Supermarkt

Auf dem Flohmarkt findet man Souvenirs, Lavalavas (die Tücher, die anderswo Pareo heißen) und andere Kleidung.


Wir beobachteten die tollen bunten öffentlichen Nahverkehrsbusse. In der Zwischenzeit hat Samoa von Rechts- auf Linksverkehr umgestellt und die Busse (wegen der Türen) mussten umgerüstet werden.


Eine Touristenattraktion

Da seine Vorschläge, die Lokalpolitik zu verbessern, auf taube Ohren stießen, schrieb Stevenson die Publikation "A Footnote to History. Eight Years of Trouble in Samoa" (1892). Deutschland drohte mit Verhaftung und Deportation. Verbannt - nämlich auf die Marschallinseln - wurde jedoch lediglich der von Stevenson unterstützte Oberhäuptling Mataafa, der einen Bürgerkrieg ausgelöst hatte. 

Nach dessen Freilassung im September 1894 bedankten sich seine Gefolgsleute mit dem Bau einer Verbindungsstraße mitten durch den Urwald nach Vailima zu Stevensons Haus. Die Straße wird „Straße der liebenden Herzen“ genannt. An dieser Straße steht auch der katholische "Schrein der drei Herzen" (siehe Foto unten). 


Müllsäcke auf Podesten


Auf solchen Gestellen werden die Müllsäcke am Straßenrand gestapelt, damit Hunde, Schweine und welche Haustiere sonst noch frei herumlaufen, die Säcke nicht aufreißen und der Müll bei Regen nicht auf der Straße schwimmt.

Der Laden in Lufilufi ist auch eine Art Telekommunikationszentrale, wenn auch nicht gerade ein Internet-Café...

Gräber im Vorgarten

Die Verstorbenen der Familie werden im Vorgarten begraben, das bedeutet dass man Häuser nicht einfach weiterverkaufen kann. 

Gemauerte Häuser mit festen Mauern und Fenstern - wie in der Stadt - sind "Palagi-Häuser". Palagi (ausgesprochen: Palangi) sind die Fremden, die Ausländer.

Um die "Glocke" klingen zu lassen, nimmt man dicke Holzprügel und haut sie gegen die Seiten des Holzgefäßes.


Im Piula Cave Pool kann man schwimmen, wenn man Zeit und Lust hat. Man erreicht ihn vom College aus über eine Treppe, die zum Meer hinunterführt. Der korrekte Name ist übrigens Fatumea Pool. Man muss Eintritt zahlen, auch wenn weit und breit niemand zu finden ist, der das Geld kassieren würde...


Tropische Pflanzenwelt

Die tropische Vegetation ist einfach faszinierend. Überall dieses üppige Grün und die großen bunten Blüten, wie diese Alpinia purpuata oder: Roter Ingwer. Solche Pflanzen gedeihen nur in Gebieten mit reichlich Regen. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, ich war froh, dass ich damals nur ein Halstuch trug, denn man kommt auch in der "trockenen" Jahreszeit mächtig ins Schwitzen.

Gut zu Fuß

Dieser junge Mann trägt Tarowurzeln bzw. -knollen in seinen Körben. Auf dem Bild unten seht Ihr eine Taropflanze, in der ich mich niedergelassen habe.

Die Kokosfäden, die an diesem Stand verkauft werden, werden dazu benützt, um Kokoscreme auszudrücken.

Bald erreichten wir die Südküste. Hier fuhren wir in Richtung Westen, um dann später auf der Cross Inland Road, die Samo in der Mitte durchschneidet, nach Apia im Norden zurückzufahren.
Die bunte Kirche (links) steht in Satalo. In Samoa lesen die Menschen jeden Tag von 6 bis 7 Uhr und von 17 bis 18 Uhr die Bibel oder meditieren still vor sich hin.

Kühe im Palmenhain, das hat was!

Auf dem Weg zum Wasserfall trafen wir auch diese zwei Jungs. Einer hatte sich mit dem Hosenbein in der Fahrradkette verheddert. Unser Taxifahrer schnauzte ihn an, befreite ihn aber aus seiner unerquicklichen Situation.

Wir fanden, dass viele Kinder in Samoa total traurig schauten. In Tonga und auf anderen Inseln war sie immer so fröhlich drauf!

Strand des Sinalei Resorts an der Südküste. Unser verrückter Taxifahrer fuhr über den Golfkurs hinunter an den Strand und hielt erst am Anlegesteg an, an dem das Personal Essen servierte! Es war uns total peinlich! Der Fahrer sagte bloß: "No worries..." 
Beim Tsunami 2009 wurde das Sinalei Resort total zerstört, es gab sogar Tote.

Auf dem Rückweg kamen wir am Papapapa-tai-Wasserfall vorbei. Er ist 100 Meter hoch.

In Städtnähe liegt an dieser Straße auch die Villa Vailima, die heute das Robert-Louis-Stevenson-Museum beherbergt.

Die Rettung!

Wir beobachteten, wie sie sich im Schneckentempo von Tisch zu Bartresen und von Bartresen zu Tisch schleppte. Aber irgendwann war das auch mit dem langsameren Tempo im Südpazifik nicht mehr zu rechtfertigen. Da wir am Verdursten waren, zogen wir abgeschlafft von dannen - und kamen zu unserer großen Freude an einer Kneipe vorbei, in der die Getränke schon auf dem Tisch standen, kaum dass wir ausgesprochen hatten, was wir wollten!
Das Paddles Restaurant ist die Kneipe mit den netten Leuten. Es gab zwar keine Cocktails, aber kühles Bier. Prost!



Krieg und Frieden

Der Kampf bei Apia

Bei diesem Kampf am 18. Dezember 1888 kamen zahlreiche deutsche Marinesoldaten ums Leben. 

Als Samoa 1900 zur deutschen Kolonie wurde, schuf Gouverneur Wilhelm Solf die Königsherrschaft ab und ernannte überraschend den bei der Bevölkerung beliebten Mata'afa zum Oberhäuptling und Hohen Herrn (Ali'i Sili). Er stellte Mata'afa eine Faipule (Honoratiorenversammlung) aus lokalen Größen zur Seite; Deutschland behielt lediglich die zentrale Gewalt. Durch diesen Kompromiss kehrte in dem jahrhundertelang zerstrittenen Land der Frieden ein.

Mataafa starb 1912 und wurde in einem Mausoleum nahe der Faipule beigesetzt. Das neue Parlamentsgebäude (siehe Foto) befindet sich in nächster Nähe.

Solfs Nachfolger, Erich Schultz-Ewerth, schaffte nach Mata'afas Tod die Selbstverwaltung ab. Statt dessen erlaubte er lediglich zwei Häuptlinge als Berater. Damit endete der Versuch, eine gerechte Form des Kolonialismus zu kreieren. Die deutsche Herrschaft endete mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs ohne Blutvergießen, Neuseeland übernahm Samoa ohne jegliche Gegenwehr der Deutschen.

Neuseeland schrieb ein dunkles Kapitel in der Geschichte Samoas: Aufgrund von erbärmlichem Handling und der Ablehnung fremder Hilfe erlaubte die Verwaltung 1918 die Verbreitung der Spanischen Grippe im Land. Dabei starben 8500 Samoaner, damals 22 Prozent der Bevölkerung. Das führte zu großer Ablehnung dieser Kolonialmacht wider Willen.










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