Ich bin ein Bärliner

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Als ich noch in Deutschland wohnte, war es kein Problem, nach Berlin zu fahren - ob zum DFB-Pokalfinale oder einfach mal so. Seit ich am anderen Ende der Welt wohne, ist eine Reise nach Berlin meistens ein unerfüllbarer Traum. Und wenn ich endlich mal wieder in Deutschland bin, besuche ich meine Oma, andere Verwandte und viele Freunde, so dass oft gar keine Zeit für eine Berlin-Reise bleibt. Aber einmal hat's dann doch gereicht, wenn auch nur für einen Kurztrip. Dabei ist es für einen Bär doch fast Pflicht, Berlin zu besuchen, denn Berlin ist die Stadt der Bären. Bärlin eben.


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Wie gesagt, Berlin ist die Stadt Bären, und das Nikolaiviertel ist quasi der Geburtsort Berlins. Es fühlt sich an wie ein Open-Air-Museum des historischen Berlin, und hier findet man neben dem namensgebenden Bär auch viele andere Bären. Das Viertel ist um die Nikolaikirche herum angeordnet.

Das Nikolaiviertel ist Mamas Lieblingsviertel in Berlin. Kein Berlin-Besuch wäre ohne einen Abstecher in diese romantischen Gassen komplett. Klar, und in den Bärenladen. 

Hier sieht man die Nikolaikirche in voller Schönheit mit ihren erstem spitzigen neugotischen Helmtürmen. Sie datiert zurück in das Jahr 1230. Wie schon oben erwähnt, wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg zerstört und - rechtzeitig zum 750-Jahr-Jubiläum der Stadt, von 1980 bis 1987 wiederaufgebaut. Aber immerhin, der vierstöckige Grundstock des Westturms stammt aus dem 15. Jahrhundert. Dank einiger Überreste der Gruft konnte die Farbe naturgetreu nachempfunden werden.


Vom Nikolaiviertel aus muss man bloß die Straße überqueren, und schon steht man vor dem Roten Rathaus.  











Durch Zufall gerieten wir an einen Touren-Anbieter und kauften eine VIP-Karte. Auf diese Weise mussten wir keine drei Stunden Schlange stehen, sondern waren schon nach 30 Minuten auf dem Fernsehturm und konnten Stadt und Umland aus der Vogelperspektive anschauen.


 And it is a great place for looking over Berlin, and/or have a drink or dinner in the silver ball which sits at an altitude of 203 metres above Alexanderplatz.

Das Brandenburger Tor ist das Symbol der Stadt schlechthin. Es ist das einzige erhaltene von einst fünf Stadttoren. Der Stil des Tors, das vor der Wiedervereinigung im Niemandsland zwischen den beiden deutschen Staaten stand (1961 bis 1989), ist neoklassisch. Es ist 65,5 Meter breit, 26 Meter hoch und 11 Meter tief. Die sechs dorischen Säulen sind 15 Meter hoch. Sie sind durch eine Art Sandstein-Platten verbunden, die von wunderschönen Reliefs geschmückt sind. Einige dieser Reliefs zeigen die Heldentaten des Herkules. 

Gekrönt wird das Tor von der berühmten Quadriga, einem zweirädrigen Wagen, der von vier Pferden gezogen und von der Siegesgöttin gesteuert wird.
Zu beiden Seiten des Tores befanden sich Wachhäuser der Zoll- und Steuerbehörden. Als sie nicht mehr benötigt wurden, wurden sie in offene Hallen umgebaut, darin befinden sich Skulpturen der Götter Mars und Minerva. Im Westflügel befindet sich jetzt ein "Raum der Stille".

Der Reichstag ist seit 1999 wieder der Sitz des Bundestags, also des deutschen Parlaments. Vor der Wiedervereinigung war ja Bonn der westdeutsche Regierungssitz. In den zehn Jahren zwischen Wiedervereinigung und Umzug wurde im Reichstag eine Ausstellung über die deutsche Geschichte gezeigt, die jetzt im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt zu sehen ist.






















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Das ganze Viertel samt Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und wiederaufgebaut, manche Gebäude erst zwischen 1981 und 1989. Längst nicht alle Gebäude, die in diesem wunderschönen Viertel zu sehen sind, standen früher auch dort; vielmehr wurden sie aus anderen Vierteln hierher verfrachtet.

Dieser Bär hinter Gittern, der das Stadtwappen in den Tatzen hält, ist Teil des Bärenbrunnens, der rechts vom Haupteingang der Nikolaikirche steht. 












Der Fernsehturm ist Deutschlands höchste Konstruktion mit 368 Metern. Er ist ein Symbol der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland, denn der Turm war das auffälligste Wahrzeichen von Ostberlin. Er wurde nur gebaut, weil die ehemalige DDR einen Sendeturm brauchte, um auch die entferntesten Winkel der Republik zu erreichen. 

Die damals regierende SED wollte, dass die Ostberliner den Fernsehturm Tele-Spargel nannten. Aber die scherten sich einen Dreck darum und nannten ihn St. Walter, nach dem Parteivorsitzenden Walter Ulbricht, oder Imponierkeule und Protzstengel.














Der Berliner Dom auf der Museumsinsel ist die schönste Kirche der Stadt, und daneben wird zur Zeit das historische Stadtschloss rekonstruiert. Auch der Dom, der einst die Kirche der Hohenzollern-Dynastie war, ist eine Rekonstruktion. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde bereits 1465 gebaut. 1747 ließ Friedrich der Große eine Barockkirche mit Kuppel bauen. Die war Kaiser Wilhelm II. offenbar zu mickrig, also ließ er den Barockbau abreißen und von 1894 bis 1905 einen Neubau errichten. Der wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der Wiederaufbau begann 30 Jahre später und dauerte bis 1983, aber die Innenarbeiten dauerten bis 2002.



Der Reichstag wurde von Paul Wallot entworfen und von 1884 bis 1894 gebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg rief Philipp Scheidemann von einem Reichstag-Fenster aus die deutsche Republik aus.



Englisch-Wörterbuch

Hauptstadt = capital
Rathaus = town hall
Fernsehturm = TV tower
Imponierkeule = show-off club
Protzstengel = swank stem
Brandenburger Tor = Brandenburg gate

 




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All die riesigen Bären, die es sich an einer Seite der Nikolaikirche gemütlich machen, gehören zu einem Laden namens "Die Puppenstube", der - unter anderem - Plüsch- und Buddybären verkauft. Was Buddybären sind, erkläre ich Euch weiter unten. Im Nikolaiviertel befindet sich auch das Heinrich-Zille-Museum.

Der Bär des Bärenbrunnens ist ziemlich klein - und das passt genau zum Namen der Stadt, denn Berlin heißt nichts anderes als Kleiner Bär, abgeleitet von Bärlein.




Bauzeit war von 1964 bis 1968. 1969 war die Einweihung. Bei schönem Wetter kann man vom Observationsdeck in 203 Metern Höhe 40 Kilometer weit sehen. Eine Etage über dieser Ebene befindet sich das Telecafé, das sich innerhalb von 30 Minuten um 360 Grad dreht. Also eine volle Runde. Eine Million Besucher fahren jährlich mit dem Lift zum Observationsdeck, das heißt oft muss man stundenlang warten, wenn man keine Tour bucht und die VIP-Schlange benützen kann.




Zwischendurch brauchte ich am Alexanderplatz eine kleine Stärkung.



Hier schaue ich auf die berühmte Reichstagskuppel. 

Der Potsdamer Platz mit seinen spektakulären Hochhäusern ist das Symbol des neuen Berlin. Es ist im Niemandsland entstanden. Hier befanden sich die Berliner Mauer und im Osten der Todesstreifen der DDR. Bis zum Zweiten Weltkrieg war diese Gegend mehr als 200 Jahre lang das Zentrum des städtischen Lebens, der Unterhaltung und Kultur. Es war Europas lebhaftester Platz mit - im Jahr 1900 - 92 Restaurants, 10 Distillen, 13 Cafés und 36 Kneipen.

Seit 1995 sind 19 Gebäudekomplexe entstanden, als erstes wurde 1998 der DaimlerChrysler-Komplex eingeweiht. Hier kann man mit einem superschnellen Aufzug zu einer Aussichtsplattform in 93 Metern Höhe düsen. Das meistfotografierte Gebäude ist das Sony Center mit seinem zirkus-ähnlichen Dach. Das Ganze ist eine wahre Glitzerwelt aus Kinos, Restaurants, Hotels, Einkaufszentren, Boutiquen. Auch die Philharmonie befindet sich hier.


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